Wassergehalt im Hydrauliköl und seine Folgen
Wasser ist der stille Schadensverursacher in jeder Hydraulikanlage. Schon geringe Mengen fördern Korrosion, Additivabbau und Kavitation und verkürzen die Lebensdauer von Öl, Pumpen und Ventilen deutlich. Dieser Ratgeber zeigt, woher das Wasser kommt, welche Folgen es hat und wie Sie den Wassergehalt messen und senken.
Hydraulik-Grundlagen ansehenIn welchen Formen liegt Wasser im Öl vor?
Wasser tritt in drei Zustaenden auf. Gelöstes Wasser ist molekular im Öl verteilt und unsichtbar. Wird die Sättigungsgrenze überschritten, entsteht emulgiertes (freies) Wasser, das das Öl trübt. Kühlt das Öl weiter ab, sammelt sich freies Wasser am Tankboden. Freies und emulgiertes Wasser sind am schädlichsten, weil sie Schmierfilm und Bauteile direkt angreifen.
Welche Schäden verursacht Wasser?
Wasser greift Öl und Anlage auf mehreren Wegen an. Es fördert Korrosion an Stahloberflächen, beschleunigt die Oxidation des Öls und baut Additive ab. In Pumpen führt freies Wasser zu Kavitation und Erosion, und der Schmierfilm reisst unter Last leichter ab. Zusätzlich bildet Wasser die Grundlage für Mikroorganismen und Schlammbildung.
- Korrosion und Rost an Zylindern, Pumpen und Ventilen.
- Kavitation und Erosion durch verdampfendes Wasser in Unterdruckzonen.
- Beschleunigte Öloxidation und Verlust wichtiger Additive.
- Schmierfilmabriss und erhöhter Verschleiss an Gleitpaarungen.
- Schlamm, Ablagerungen und mikrobielles Wachstum im Tank.
Wie messe ich den Wassergehalt?
Der Wassergehalt wird in ppm (parts per million) oder in Prozent der Sättigung angegeben. Für die Praxis reicht oft eine Sättigungssonde, die den relativen Feuchtegrad direkt im Öl misst. Genaue Absolutwerte liefert die Karl-Fischer-Titration im Labor. Ein einfacher Sichttest zeigt Trübung ab freiem Wasser.
Wie halte ich Wasser aus dem System?
Der beste Schutz ist, Wasser gar nicht erst eindringen zu lassen. Belüftungsfilter mit Trockenmittel, dichte Deckel und korrekte Lagerung der Fässer verhindern Kondensation. Ist bereits Wasser im Öl, entfernen Vakuum- oder Absorptionsentwässerung die Feuchte wieder unter den Grenzwert.
- Belüftungsfilter mit Silikagel gegen einatmende Feuchtluft einsetzen.
- Öltemperatur unter 60 °C halten, um Kondensation zu begrenzen.
- Fässer liegend und trocken lagern, Deckel dicht verschliessen.
- Regelmässige Ölanalyse auf Wasser und Partikel nach ISO 4406.
Häufige Fragen
Ab welchem Wassergehalt wird es kritisch?
Als Faustregel gilt ein Zielwert unter 200 ppm für viele Hydrauliksysteme. Sobald freies Wasser auftritt, also die Sättigung überschritten ist, steigt das Schadensrisiko stark. Sensible Systeme fordern noch niedrigere Werte.
Woher kommt das Wasser im Hydrauliköl?
Meist aus einatmender Feuchtluft am Tank, aus Kondensation bei Temperaturwechsel, aus undichten Kühlern oder aus feuchtem Nachfüllöl. Auch offene Fässer und schlechte Lagerung bringen Wasser ins System.
Kann ich Wasser einfach ablassen?
Freies Wasser am Tankboden lässt sich teilweise ablassen, gelöstes und emulgiertes Wasser jedoch nicht. Dafür sind Vakuum- oder Absorptionsentwässerung nötig, die die Feuchte wieder unter den Grenzwert bringen.
Wassergehalt im Griff behalten
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Klare Grenzwerte
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Richtig messen
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Schäden vermeiden
Korrosion, Kavitation und Alterung vorbeugen.
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