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ISO 4406

Verschmutzungskontrolle und Partikelzählung

Rund 70 bis 80 Prozent aller Hydraulikausfälle gehen auf verschmutztes Öl zurück. Feste Partikel verschleissen Pumpen, Ventile und Dichtungen, oft unbemerkt bis zum Ausfall. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie mit Partikelzählung, ISO 4406 Reinheitsklassen und der richtigen Filterfeinheit die Ölsauberkeit im Griff behalten.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Hydraulik-Spezialisten
Filter und Fluide ansehen
70-80 %
Ausfälle durch Ölverschmutzung
18/16/13
Typische Zielklasse ISO 4406
4/6/14 µm
Zählgrößen der ISO 4406
10-25 µm
Übliche Filterfeinheit
Inhalt
  1. ISO 4406
  2. Zielwerte
  3. Partikelzählung
  4. Häufige Fragen

Wie liest man die ISO 4406 Reinheitsklasse?

Die Ölsauberkeit wird nach ISO 4406 als dreistelliger Code angegeben, zum Beispiel 18/16/13. Die drei Zahlen zählen Partikel je Milliliter, die größer als 4 µm, 6 µm und 14 µm sind. Jede Codezahl steht für einen Größenbereich: eine Zahl höher bedeutet etwa doppelt so viele Partikel. Ein niedriger Code heisst sauberes Öl.

Die Zielklasse richtet sich nach der empfindlichsten Komponente im Kreis. Servoventile und Axialkolbenpumpen brauchen deutlich saubereres Öl als einfache Zahnradpumpen.

Welche Reinheitsklasse braucht meine Anlage?

Je feiner das Bauteilspiel und je höher der Druck, desto sauberer muss das Öl sein. Servoventile mit engem Steuerspalt reagieren empfindlich auf kleine Partikel, während robuste Zahnradpumpen mehr Toleranz haben. Die folgende Tabelle gibt praxisnahe Richtwerte als Ausgangspunkt für die Filterauslegung.

  • Zielklasse immer an der empfindlichsten Komponente ausrichten.
  • Bei hohem Druck über 200 bar eine Klasse sauberer ansetzen.
  • Neuöl ist nicht automatisch sauber, oft 20/18/15 ab Fass.

Wie zählt man Partikel richtig?

Zur Kontrolle wird eine Ölprobe entweder im Labor oder mit einem Inline-Partikelzähler ausgewertet. Optische Zähler leiten das Öl an einer Laserdiode vorbei und zählen die Abschattung je Partikelgröße. Entscheidend ist eine saubere, repräsentative Probenahme im laufenden Betrieb, sonst verfälschen Fremdpartikel das Ergebnis.

Laborprobe

Genaue Auswertung nach ISO 4406, ideal für Referenz und Neuöl-Eingang.

Fluide-Ratgeber
Inline-Zähler

Dauerhafte Trendüberwachung direkt am System, früh warnend.

Filter vergleichen
Probenahme

Repräsentativ im Betrieb ziehen, sauberes Ventil und Gefäß nutzen.

Beratung anfragen
Wasser und Luft verfälschen optische Zähler. Achten Sie neben Partikeln auch auf den Wassergehalt, da Wasser Korrosion und Additivabbau fördert.

Häufige Fragen

Was bedeutet der ISO-Code 18/16/13?

Es ist die Reinheitsklasse nach ISO 4406. Die drei Zahlen stehen für die Partikelmenge je Milliliter größer als 4, 6 und 14 µm. 18/16/13 ist ein typischer Zielwert für Standard-Industriehydraulik.

Reicht ein neuer Filter für saubere Zielwerte aus?

Nicht allein. Der Filter muss zur Zielklasse passen und regelmäßig gewechselt werden. Zusätzlich sollten Neuöl beim Einfüllen gefiltert und die Sauberkeit per Partikelzählung überprüft werden.

Wie oft sollte ich die Ölsauberkeit prüfen?

Bei kritischen Anlagen empfiehlt sich eine Überwachung monatlich oder per Inline-Zähler dauerhaft. Bei robusten Systemen genügt oft eine Laborprobe pro Quartal, ergänzt nach Störungen oder Ölwechsel.

Ölsauberkeit sicher im Griff

Unsere Hydraulik-Spezialisten helfen bei Zielklasse, Filterfeinheit und Partikelzählung für Ihre Anlage.

Nach ISO 4406

Reinheitsklassen und Zielwerte klar erklärt.

Weniger Ausfälle

Saubere Fluide verlängern die Bauteillebensdauer.

Richtige Feinheit

Filterauswahl passend zur empfindlichsten Komponente.

Fachberatung

Hydraulik-Spezialisten unterstützen bei der Auslegung.