Zurück

Pumpenauslegung: Fördervolumen und Volumenstrom berechnen

Die Pumpe ist das Herz jedes Hydraulikaggregats: Fördervolumen, Antriebsdrehzahl und Betriebsdruck entscheiden über Volumenstrom, Zylindergeschwindigkeit und Antriebsleistung. Eine zu klein gewählte Pumpe macht die Anlage langsam, eine zu grosse verschwendet Energie und Öl. Dieser Ratgeber zeigt die Berechnung Schritt für Schritt.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Hydraulik-Spezialisten
Hydraulikaggregate ansehen
1450 min⁻¹
Typische Antriebsdrehzahl 4-poliger Motor
0,85
Volumetrischer Wirkungsgrad Zahnradpumpe
ISO VG 46
Gängige Öl-Viskositätsklasse
210 bar
Üblicher Betriebsdruck Industriehydraulik
Inhalt
  1. Grundlagen
  2. Auslegung
  3. Pumpentyp
  4. Häufige Fragen

Wie hängen Fördervolumen und Volumenstrom zusammen?

Das Fördervolumen (Verdrängungsvolumen) einer Pumpe wird in cm³ pro Umdrehung angegeben. Multipliziert mit der Antriebsdrehzahl ergibt sich der theoretische Volumenstrom. Die Formel lautet: Q = V × n × η, wobei Q der nutzbare Volumenstrom in l/min, V das Fördervolumen in cm³/U, n die Drehzahl in min⁻¹ und η der volumetrische Wirkungsgrad ist. Ein Rechenbeispiel: eine Pumpe mit 8 cm³/U bei 1450 min⁻¹ und η = 0,92 liefert rund 10,7 l/min.

Der reale Volumenstrom liegt unter dem theoretischen Wert, weil interne Leckage mit steigendem Druck zunimmt. Rechnen Sie mit dem Wirkungsgrad aus dem Datenblatt, nicht mit dem Idealwert.

Wie leite ich das Fördervolumen aus der Anwendung ab?

Die Auslegung startet beim Verbraucher. Aus der geforderten Zylindergeschwindigkeit und der Kolbenfläche ergibt sich der nötige Volumenstrom, daraus bei bekannter Drehzahl das Fördervolumen. Wählen Sie die nächstgrössere Katalog-Baugrösse und prüfen Sie, ob Motor und Ventile den Durchfluss verkraften.

  • Volumenstrom Q = Kolbenfläche A × Geschwindigkeit v (auf Einheiten achten).
  • Fördervolumen V = Q / (n × η) - Drehzahl aus dem Motordatenblatt nehmen.
  • Reserve von 10 bis 15 Prozent für Leckage und Druckabfall einplanen.
  • Bei Eilgang und Presshub den grösseren der beiden Volumenströme zugrunde legen.

Welcher Pumpentyp passt zu Druck und Betrieb?

Der Pumpentyp folgt aus Druckniveau, Volumenstrom und Regelbedarf. Zahnradpumpen sind robust und günstig für konstanten Bedarf. Flügelzellenpumpen laufen leise im mittleren Druckbereich. Axialkolbenpumpen erreichen hohe Drücke und lassen sich verstellen, um den Volumenstrom an den Bedarf anzupassen und Energie zu sparen.

Zahnradpumpe

Robust und günstig bis etwa 250 bar, konstantes Fördervolumen.

Aggregate vergleichen
Flügelzellenpumpe

Leise, gleichmässig, ideal für mittleren Druck und Dauerbetrieb.

Zur Übersicht
Axialkolbenpumpe

Hoher Druck und verstellbar für bedarfsgerechten Volumenstrom.

Beratung anfragen
Verstellpumpen und druckgeregelte Systeme senken die Verlustleistung deutlich, weil nur der tatsächlich benötigte Volumenstrom gefördert wird. Bei langen Haltephasen lohnt sich diese Technik schnell.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Volumenstrom einer Hydraulikpumpe?

Multiplizieren Sie das Fördervolumen (cm³/U) mit der Antriebsdrehzahl (min⁻¹) und dem volumetrischen Wirkungsgrad, dann durch 1000 teilen für l/min. Beispiel: 10 cm³/U × 1450 min⁻¹ × 0,9 / 1000 ergibt rund 13 l/min.

Warum liefert meine Pumpe weniger Öl als berechnet?

Der theoretische Volumenstrom berücksichtigt keine interne Leckage. Mit steigendem Druck sinkt der volumetrische Wirkungsgrad, sodass real weniger ankommt. Rechnen Sie mit dem Wirkungsgrad aus dem Datenblatt und einer Reserve von 10 bis 15 Prozent.

Welche Öl-Viskosität soll ich für die Pumpe wählen?

Für die meisten Industrieanwendungen ist ISO VG 46 ein guter Startpunkt. Zu dünnes Öl erhöht die Leckage, zu dickes belastet die Ansaugseite. Halten Sie sich an den vom Pumpenhersteller freigegebenen Viskositätsbereich für die Betriebstemperatur.

Passende Hydraulikpumpe auslegen

Unsere Hydraulik-Spezialisten helfen bei Fördervolumen, Volumenstrom und Pumpentyp für Ihr Aggregat.

Geprüfte Berechnung

Auslegung nach Herstellerdaten und Praxiswerten.

Richtiges Fördervolumen

Volumenstrom passend zur geforderten Geschwindigkeit.

Energieeffizienz

Pumpentyp und Regelung auf den Bedarf abgestimmt.

Fachberatung

Hydraulik-Spezialisten unterstützen bei der Auslegung.