Zurück
ISO 8573

Druckluft-Qualitätsklassen nach ISO 8573

Die ISO 8573 teilt Druckluft in Qualitätsklassen für Partikel, Wasser und Öl ein. Die Norm gibt jedem Verschmutzungsgrad eine Klassennummer, damit Anwender und Lieferant die gleiche Sprache sprechen. Dieser Ratgeber erklärt die Klassen und zeigt, wie Sie die richtige Aufbereitung für Ihre Anwendung auswählen.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Pneumatik-Spezialisten
Druckluftaufbereitung ansehen
3 Klassen
Partikel, Wasser, Öl getrennt bewertet
+3 °C
Drucktaupunkt Klasse 4 Wasser
0,01 mg/m³
Restölgehalt Klasse 1 Öl
Klasse 1-4
Typischer Bereich für die Industrie
Inhalt
  1. Aufbau
  2. Klassen
  3. Auswahl
  4. Häufige Fragen

Wie ist die ISO 8573 aufgebaut?

Die ISO 8573‑1 bewertet drei Verschmutzungsarten getrennt: feste Partikel, Wasser und Öl. Jede erhält eine eigene Klassennummer, wobei eine kleinere Zahl für sauberere Luft steht. Eine Angabe wie ISO 8573‑1:2010 [1:4:1] nennt in dieser Reihenfolge die Partikelklasse, die Wasserklasse und die Ölklasse. So lässt sich die geforderte Reinheit eindeutig festlegen, ohne Missverständnisse zwischen Betreiber und Lieferant.

Die drei Klassen sind unabhängig. Eine Anlage kann sehr trockene Luft (niedrige Wasserklasse) liefern und trotzdem einen hohen Restölgehalt haben, wenn kein Aktivkohlefilter vorhanden ist.

Was bedeuten die einzelnen Klassen?

Für jede Verschmutzungsart definiert die Norm mehrere Klassen mit klaren Grenzwerten. Bei Wasser wird meist der Drucktaupunkt genannt, bei Öl der maximale Gesamtölgehalt in mg/m³ und bei Partikeln die zulässige Teilchenzahl je Größenbereich. Die folgende Übersicht zeigt gängige Klassen für Wasser und Öl als Orientierung für die Auslegung.

  • Kleinere Klassennummer bedeutet sauberere und trockenere Luft.
  • Der Drucktaupunkt muss unter der niedrigsten Umgebungstemperatur der Leitung liegen.
  • Klasse 0 ist strenger als Klasse 1 und wird individuell zwischen Betreiber und Lieferant vereinbart.

Welche Qualitätsklasse braucht meine Anwendung?

Die nötige Klasse richtet sich nach der Anwendung. Steuerluft für Ventile und Zylinder kommt oft mit mittleren Klassen aus, während Lackieren, Lebensmittelkontakt oder Medizintechnik ölfreie und sehr trockene Luft verlangen. Wählen Sie die Klasse nach dem empfindlichsten Verbraucher im System und legen Sie die Aufbereitung darauf aus.

Steuer- und Arbeitsluft

Für Ventile und Zylinder reichen oft Wasser Klasse 4 und Öl Klasse 3 bis 4.

Grundlagen ansehen
Ölfreie Prozesse

Lackieren, Lebensmittel und Medizintechnik verlangen niedrige Öl- und Wasserklassen.

Aufbereitung planen
Auslegung prüfen

Bei gemischten Verbrauchern hilft eine Auslegung nach dem empfindlichsten Punkt.

Beratung anfragen
Trockner und Filter in der richtigen Reihenfolge einbauen: erst Wasser abscheiden und trocknen, dann Partikel- und Aktivkohlefilter setzen. So bleibt die geforderte Klasse dauerhaft erhalten.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Angabe ISO 8573-1 [1:4:1]?

Die drei Zahlen stehen für Partikel, Wasser und Öl in dieser Reihenfolge. [1:4:1] heißt Partikelklasse 1, Wasserklasse 4 mit Drucktaupunkt +3 °C und Ölklasse 1 mit höchstens 0,01 mg/m³ Restöl.

Ist Klasse 0 besser als Klasse 1?

Ja. Klasse 0 ist strenger als Klasse 1 und wird individuell zwischen Betreiber und Lieferant vereinbart. Der vereinbarte Grenzwert muss stets unter dem von Klasse 1 liegen und im Datenblatt festgehalten werden.

Welche Klasse brauche ich für normale Steuerluft?

Für Ventile und Zylinder genügen meist mittlere Klassen, etwa Wasser Klasse 4 und Öl Klasse 3 bis 4. Empfindliche oder ölfreie Prozesse brauchen niedrigere Klassen und eine passende Aufbereitung.

Passende Druckluftqualität festlegen

Unsere Pneumatik-Spezialisten helfen bei der Wahl der ISO-8573-Klassen und der passenden Aufbereitung für Ihre Anwendung.

Normgerecht eingeordnet

Klassen nach ISO 8573-1 klar erklärt.

Sauber und trocken

Wasser und Öl getrennt bewertet und ausgelegt.

Richtige Reihenfolge

Trockner und Filter sinnvoll kombiniert.

Fachberatung

Pneumatik-Spezialisten unterstützen bei der Auswahl.